Camino Portugues Etappe 1: von Porto nach Angeiras

Guten Morgen Portugal! Heute starten wir zu unserer ersten von insgesamt zehn Camino Portugues Etappen. Gut ausgeschlafen und nochmals ausgiebig den Luxus eines eigenen Badezimmers genossen –  wer weiß, wann dies das nächste Mal der Fall sein wird – packen wir unsere Habseligkeiten zusammen und checken aus.

Bei einem Kaffee um die Ecke nutzen wir die Gelegenheit, uns auf den Tag einzustimmen. Laut Plan geht es 23,5 Kilometer von Porto über Matosinhos nach Lavra/Angeiras. Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von vier Kilometern müssten wir in rund sieben Stunden – eine Stunde Pause über den Tag eingerechnet – ankommen. Das dürfte machbar sein. Wir kaufen noch ein wenig Wegverpflegung, füllen die Trinkflaschen mit Wasser auf, legen die Rucksäcke an und los geht’s.


Camino Portugues Etappe 1: Porto – Angeiras aus der Vogelperspektive!

Wie ist auf dieser Etappe die Wegbeschaffenheit? In welcher Umgebung wandert man hier? Geht es an der Küste entlang, mehr über’s Land oder quer durch die Städte? Detaillierte Antworten liefert dieses Google-Earth-Video. Also am besten gleich einmal reinschauen.


Es ist 8.30 Uhr, das Wetter etwas diesig und die Außentemperatur beträgt 14 Grad, als wir aus dem Zentrum Portos heraus erst Richtung Rio Douro und dann immer am Ufer entlang bis zur Mündung des Flusses in den atlantischen Ozean laufen.

Die Atmosphäre hier direkt am Atlantik ist unbeschreiblich. Es ist so viele Jahre her, dass wir am Meer waren. Umso mehr genießen wir jeden einzelnen Moment dieser Camino Portugues Etappe: die salzige Luft, die Wellen, die sich an den Felsen brechen und an der Küste aufschlagen, die vielen Sandstrände, die – wäre es nicht etwas frisch – zum Baden einladen, die Möwen, die in Scharen ihre Kreise am Himmel ziehen. Ein Foto h­ier, ein Foto da, eine kleine Vesperpause, einfach ein bisschen Verweilen und in die Ferne schauen… Was geht es uns gut!

Der Weg ist bequem begehbar. Meist direkt am Strand entlang laufen wir zum großen Teil auf Holzstegen. Diese wurden angelegt, um die Dünen trotz immer größer werdender Menschenmengen zu schützen. Was für ein Aufwand. Respekt. Viele Menschen sehen wir an diesem Tage allerdings nicht. Vereinzelt ziehen Spaziergänger, Jogger und ein paar Tagestouristen an uns vorbei. „Mitpilger“ kreuzen aber nicht unseren Weg, was uns ein wenig verwundert, liest man doch in den letzten Tagen in den Facebook-Gruppen immer wieder vom stark frequentierten Camino Portugues. Aber vermutlich bewegen sich die Massen vor allem im Landesinneren auf dem klassischen „Central“ und nicht hier auf dem „de la Costa“.

Dieses Bild von der Camino Portugues Etappe 1 zeigt die Holzplanken, die am Atlantik entlang führen.
Bei dieser Camino Portugues Etappe führt ein Wegenetz aus Holzplanken viele Kilometer am Atlantik entlang.

Gegen 16 Uhr widmen wir erstmals seit heute Morgen der Planung unserer Camino Portugues Etappen wieder unsere ganze Aufmerksamkeit. Den ganzen Tag über war dies nicht notwendig, gab uns doch der Atlantik die Richtung vor. Jetzt müssten wir laut unserer Planung aber langsam das Tagesziel erreicht haben. Tatsächlich befinden wir uns jedoch erst kurz vor Lavra, wie der Blick in die Karte zeigt. Offensichtlich haben wir uns ein bisschen zu lange an der einen oder anderen Stelle aufgehalten, denn zum Campingplatz Angeiras sind es noch knapp weitere zwei Kilometer. Der Weg zieht sich hin und erst 90 Minuten später treffen wir an der Rezeption ein. Der Platz ist nämlich leider nicht so leicht zu finden. Die Beschreibung „Der Campingplatz von Angeiras liegt …  an einem wunderschönen Strand…“ hat uns ein wenig in die Irre geführt. Tatsächlich müsste es heißen „…liegt rund 800 Meter entfernt vom Meer, hinter einem Wohngebiet…“.

Begrüßt werden wir von Ulrike. Ulrike kommt aus Deutschland, ist dort auch bei einer der Jakobusgesellschaften engagiert und in Angeiras für drei Wochen als eine Art ehrenamtliche Aushilfe tätig. Dass ihr diese Arbeit und der tägliche Umgang mit den unterschiedlichsten Menschen Spaß macht, glaubt man ihr sofort. Gut gelaunt und versiert erläutert sie uns was der Campingplatz zu bieten hat und weist uns einen Schlafplatz zu. Dieser ist für vier Personen gedacht, doch im Moment haben sich noch keine weiteren Gäste angekündigt. Vielleicht bleibt es ja dabei.


Übrigens:

Aus eigener Erfahrung wissen wir: Bei der Planung des eigenen Jakobsweg-Abenteuers tauchen häufig viele Fragen auf. Wie ist der Weg? Was benötigt man unterwegs? Wie sieht es mit Unterkünften aus, wie mit der Verpflegung?…  Gerne versuchen wir gemeinsam mit Dir Antworten auf Deine persönlichen Fragen zu finden und Dich bei der Vorbereitung und Planung Deiner Camino Portugues Etappen zu unterstützen.

Um mehr zu erfahren einfach auf den unten stehenden Banner klicken.


Die Unterkunft finden wir im hinteren Bereich des Campingplatzes in Form einer gemütlich anmutenden Hütte. Bei Eintritt stehen wir direkt im ersten Zimmer, sehr klein, mit Schlafsofa und Kühlschrank ausgestattet. Linker Hand ist ein weiteres ebenso kleines Zimmer mit Doppelbett und schmalem Schrank. Für zwei Personen ideal, bei vier könnte es eng werden…

Bei der Camino Portugues Etappe 1 übernachteten wir in diesen kleinen Hütten mit Schlafplätzen auf dem Campingplatz Angeiras.
Die kleinen Hütten mit Schlafplätzen auf dem Campingplatz Angeiras.

Der Magen knurrt, doch bevor es zum Abendessen geht, heißt es frisch machen. Die durchgängig sauberen und gepflegten Sanitäranlagen finden wir im Außenbereich. Es gibt Kabinen zum Abschließen und ausreichend warmes Wasser, so dass einer ausgiebigen Dusche – und die tut jetzt wirklich gut – nichts im Wege steht. Danach fühlen wir uns wie neu geboren und begeben uns in das Restaurant des Campingplatzes.

Im Saal sind nur wenige Tische belegt, eine Vierergruppe, zwei Pärchen und wir. Die Saison geht merklich dem Ende zu. Das Pilgermenü wird serviert: Gemüsesuppe, dann Schweinefleisch mit Reis und Pommes oder wahlweise Fisch, zum Nachtisch Orangenkuchen und Vanillecreme. Ein Drei-Gänge-Menü für 9 Euro: Da wollen wir nicht meckern. Alles war in Ordnung.

Zurück in unserer „Camping-Hütte“ richten wir das Nachtlager, das uns nun tatsächlich alleine zur Verfügung steht. Auf die Nutzung der vorhandenen Decken und Kissen verzichten wir, breiten lediglich den Hüttenschlafsack auf der Matratze aus und blasen unsere Kopfkissen auf.

Camino Portugues Etappe 1 . Impressionen

Bereits im Bett liegend, werfen wir einen kurzen Blick auf das GPS Gerät, um zu sehen, wie lang die heutige Camino Portugues Etappe war, waren wir doch 9 Stunden unterwegs. 26,1 Kilometer werden angezeigt, was einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 2,9 Kilometer inkl. Pausen entspricht. Und morgen stehen laut Kartenmaterial bis zu unserem nächsten Ziel mehr als 31 Kilometer an! Wir einigen uns darauf, um 5 Uhr den Wecker zu stellen.

Als letzte Amtshandlung des Tages folgen nun noch der persönliche „Systemcheck“ und die „Learnings des Tages“. Diese Resümees dienen dazu, rechtzeitig eventuellen Schwierigkeiten entgegenzuwirken und wertvolle Erfahrungen festzuhalten:

Der persönliche „Systemcheck“:

  • Andrea: Kein Unwohlsein, keine Schmerzen. Rücken, Oberschenkel, Waden, Füße: Alles im grünen Bereich. Die kleinen Fußzehen sind ein wenig rot. Blasengefahr? Morgen wird getaped!
  • Nico: Alles durchgängig im grünen Bereich.

Die Learnings der ersten Camino Portugues Etappe

  • Der Kulturbeutel mit Haken zum Aufhängen erleichtert die Organisation in den Sanitärbereichen, wo es nicht immer Ablagemöglichkeiten gibt, wirklich sehr.
  • Toilettenpapier mitnehmen. Heute waren wir dankbar dafür, da es auf den Toiletten keines gab.
  • Die Etappenplanung mit 4 Kilometer pro Stunde inkl. Pausen ist vielleicht etwas zu optimistisch. Reduktion auf 3 Kilometer.

So, jetzt schalten wir das Licht aus. Es wird ganz ruhig. Schlafenszeit, bevor wir in wenigen Stunden mit der zweiten Camino Portugues Etappe starten.

>> Und so geht es weiter: Camino Portugues Etappe 2: Die „Engel vom Camino“

>> Was bisher geschah: Camino Portugues Etappe: Tag 2 – Mit den Meurers durch Porto

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Susanne

Hallo Andrea und Nico,

vielen Dank für Eure tollen und hilfreiche Seiten. Ich möchte auch den Caminho Portugues laufen. Habt Ihr eure Unterkünfte alle vorreserviert oder erst vor Ort geschaut?
Viele Grüße
Susanne

Willi Schmitt

Hallo Andrea und Nico,
kann man denn die GPX-Tracks nicht herunterladen für’s eigene GPS?
Ich plane den Caminho Portugues für 2019. Wäre natürlich sehr hilfreich.
Gruß Willi Schmitt

Sigrid Fischer

Hallo,
Ein wunderschöner Weg. Wir waren vor drei Wochen in Porto schon mal schnuppern. Den ganzen Weg wollen wir Anfang nächsten Jahres gehen.

Barbara Lorke

Sieht sehr gemütlich aus , da würde ich auch gerne sein,

Sandra O.

Hallo Nico & Andrea,

eure Berichte sind der Hammer. Es ist für mich besonders schön zu lesen, da ich so viel gleich wiedererkenne. Auch wir waren z.B. in den kleinen Hütten auf dem Campingplatz 🙂 Freue mich schon auf weitere Berichte von euch. 🙂

Viele Grüße
Sandra

Martina

Einfach ein wunderschöner Weg! Wir sind ihn 3mal gepilgert und lieben Porto und den Caminho.

Kerstin

Genau diese Etappe bin ich am 2. Oktober gelaufen (inzwischen bin ich seit Samstag wieder zuhause). Es war herrlich. Bin gespannt, wie es bei Euch weitergeht.