Münchner Jakobsweg – Eine königliche Route durch Bayern

Der Münchner Jakobsweg zwischen München und dem Bodensee bietet auf einer Länge von rund 290 Kilometern eine äußerst reizvolle Kulisse für eine entspannte Auszeit zwischen Natur und Kultur.

Beginnend von der Landeshauptstadt Bayerns bis nach Lindau – oder wahlweise Bregenz – wird diese Wanderroute durch einen ganz eigenen landschaftlichen Charakter geprägt. Vom Fünfseenland über Pfaffenwinkel und dem Allgäu bis zur Bodenseeregion befindet man sich hier in einer landschaftlich grandiosen Umgebung, gekrönt von unzähligen kulturellen Highlights. Doch eignet sich dieser beliebte deutsche Jakobsweg auch für die eigene Wanderreise? Passt er zu den eigenen Erwartungen?

Antworten gibt dieser Beitrag. Ausführliche Informationen und jede Menge Impressionen helfen bei der Entscheidungsfindung. Wo verläuft dieser bayerische Wander- und Pilgerweg? In welchen Etappen kann man den Münchner Jakobsweg zurücklegen? Welche Besonderheiten bietet er? Wie steht es um die Infrastruktur? Für wen ist diese Strecke geeignet? …

Außerdem: Nützliche Planungs- und Navigationshilfen zum kostenlosen Download wie der Etappenplan, GoogleMaps oder GPS-Daten unterstützen bei den Vorbereitungen der eigenen Wanderreise auf dem Münchner Jakobsweg.

TIPP: Für alle, die mit den Gedanken spielen, selbst die Jakobswege in Deutschland zu entdecken, bietet der Reisemarkt attraktive Angebote. Inspirationen findet man auf dem JakobswegReisen Marktplatz. Viel Spaß beim Stöbern!

Inhaltsverzeichnis

Münchner Jakobsweg – einfach königlich!

Münchner Jakobsweg Wegverlauf und Etappen
– Karte, GoogleMaps und GPS-Daten
– Etappenübersicht und Länge

Das Wegprofil des Münchner Jakobsweges
– München im Zeitraffer
– Startschuss auf dem Münchner Jakobsweg
– Das bayerische Fünfseenland
– Durch das Land der Klöster
– Unterwegs im Allgäu
– Endspurt
– Ankunft in Lindau

Zwei Wegvarianten des Münchner Jakobsweges
– Abkürzung am Ammersee
– Auf nach Bregenz!

Münchner Jakobsweg – Fazit

Wissenswertes
– Unterkünfte und Infrastruktur
– An- und Abreise

Tipps für die Planung
– Etappen- und Reiseplanung für den Jakobsweg München
– Die Packliste


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Deutschland bietet ein großes Jakobswegenetz mit vielen attraktiven Wanderrouten. Neben dem Münchner Jakobsweg besonders beliebt: der Mosel-Camino von Koblenz nach Trier. Alle wichtigen Infos zum Weg gibt es im eMagazin JakobswegReisen kompakt!. Am besten gleich durchblättern oder herunterladen. Natürlich gratis!


Münchner Jakobsweg: einfach königlich!

Berge, Wälder, kristallklare Seen, Schlösser, Kirchen, Klöster, charmante Dörfer, lebhafte Städte …. Es gibt viele Gründe, weshalb Bayern zu den beliebtesten Reisezielen in Deutschland zählt. Dass hier aber auch ein wundervoller Jakobsweg zur Wander- und Pilgerschaft einlädt, war bis vor kurzem fast nur in „Insiderkreisen“ bekannt. Befeuert durch den Trend zum Nahurlaub hat sich dies jedoch in jüngerer Zeit geändert. Die Zahl derer, die mit einer Wanderreise auf dem Münchner Jakobsweg liebäugeln, wächst rasant.

Gut ausgebaute Wanderwege, eine traumhafte landschaftliche Wanderkulisse und nicht zuletzt das bayerische Lebensgefühl geprägt von Gemütlichkeit und Genussmomenten scheinen die perfekten Zutaten für Erholung pur zu sein. Doch damit nicht genug. Allerorts ziehen beeindruckende Sehenswürdigkeiten Kultur- und Kunstinteressierte in ihren Bann und sorgen von Beginn an für jede Menge nostalgische Momente im Land des einstigen Märchenkönigs Ludwig II.

Das Bild zeigt Schloss Nymphenburg, Geburtsort von König Ludwig II.
Im Schloss Nymphenburg in München begann die Geschichte von König Ludwig II.

Münchner Jakobsweg Karte, GoogleMaps und GPS-Daten

Der Verlauf der Hauptroute des Münchner Jakobsweges von der bayerischen Landeshauptstadt bis Lindau ist in der folgenden GoogleMap nachvollziehbar. Die Orientierung unterwegs dürfte aufgrund der guten Wegbeschilderung recht leichtfallen. Da jedoch viele Wanderrouten den Pilgerweg durch Bayern kreuzen, empfiehlt sich das Mitführen einer Karte oder von GPS-Daten, um nicht vom richtigen Weg abzukommen.

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Etappenübersicht, Länge und Dauer

Geübte Wanderer können den Münchner Jakobsweg in der Regel binnen 11 bis 12 Tagen zurücklegen, wie die folgende beispielhafte Etappenplanung zeigt. Doch eigentlich ist diese Wanderregion so schön, dass es sich lohnt, mehr Zeit einzuplanen. Mit kürzeren Etappen oder zusätzlichen Pausen- und Besichtigungstagen kann man hier gut und gerne auch drei oder gar vier abwechslungsreiche unvergessliche Wochen verbringen. Anregungen dazu gibt das nachfolgende ausführliche Wegprofil.

Etappevon - bisDistanz
1München - Schäftlarn22,5 km
2Schäftlarn - Andechs27 km
3Andechs - Utting23,5 km
4Utting - Wessobrunn 23 km
5Wessobrunn - Rottenbuch26 km
6Rottenbuch - Lechbruck26,5 km
7Lechbruck - Marktoberdorf26 km
8Marktoberdorf - Kempten29,5 km
9Kempten - Weitnau30 km
10Weitnau - Weiler-Simmerberg28 km
11Weiler-Simmerberg - Lindau28 km
Bestens vorbereitet auf den Münchner Jakobsweg

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München im Zeitraffer

Prunkvolle Bauten, lauschige Plätze, grüne Oasen: Der Startpunkt des Münchner Jakobsweges ist gesegnet mit vielfältigen Attraktionen. Wer München bislang noch nicht kennengelernt hat, wird es daher nicht bereuen, dieser Stadt vor Beginn der Wanderschaft ein wenig Aufmerksamkeit zu widmen. Hier eine Beispielroute, die durch das Herz Münchens führt:

Die kleine Stadtbesichtigung beginnt am bekannten Marienplatz. Hier findet sich nicht nur die Mariensäule, sondern im Turm des Neuen Rathauses auch das beliebte Glockenspiel, das seit über 100 Jahren Schaulustige aus der ganzen Welt anlockt. Wer sich dort um 11 Uhr und um 12 Uhr sowie von März bis Oktober um 17 Uhr aufhält, kann der Melodie lauschen, bevor das unverwechselbare Wahrzeichen der Stadt auf der Sightseeing-Agenda steht: die Frauenkirche mit ihren charakteristischen, fast einhundert Meter hohen Türmen und einer bemerkenswerten gotischen Architektur.

Kleiner Stadtrundgang in Bayerns Metropole.

Ein paar Straßen weiter zeigt sich dann das königliche München. In der Münchner Residenz, dem größten Stadtschloss Deutschlands und einem der bedeutendsten Schlossmuseen Europas, haben Fürsten und Könige ihre prunkvollen Spuren hinterlassen. Prächtige Säle, wertvolle Kunstwerke und Juwelen dürften hier Kulturinteressierte und Nostalgiker ebenso begeistern, wie der Gang durch den Hofgarten.

Hat man anschließend noch Lust, eine weitere grüne Oase der Stadt kennenzulernen, begibt man sich am besten in den nahegelegenen Englischen Garten, einem der größten innerstädtischen Parks der Welt. Nach einem Spaziergang laden zünftige Biergärten hier noch zu einer Erfrischung ein, bevor am Sankt-Jakobs-Platz der offizielle Startschuss für die Reise auf dem Münchner Jakobsweg fällt.

TIPP: Wer einen Platz für das perfekte Erinnerungsfoto von der Münchner Skyline sucht, begibt sich am besten zum Rundtempel Monopteros im Englischen Garten.

Startschuss auf dem Münchner Jakobsweg

Stationen: München > Schäftlarn

Vom Sankt-Jakobs-Platz in München aus, wo das älteste Kloster der Stadt ebenso beheimatet ist wie die Kirche St. Jakob am Anger und die jüdische Hauptsynagoge, führt die Jakobswegroute lediglich ein paar hundert Meter durch die Stadt, bevor man dann auch schon das Ufer der Isar erreicht. Links das deutsche Museum zum Greifen nah, geht es über eine Brücke und fortan folgt man dem „Lebensfluss von München“.

Mal das Plätschern des Wassers, mal sein wildromantisches Tosen im Ohr, wandert man entlang der Isar und den Isarauen mit ihren Kiesbänken und Inseln. Bewaldete Abschnitte sorgen dabei im Sommer immer wieder für Schatten, während man vorbei am Tierpark Hellabrunn und durch die Vororte Sendling, Pullach und Grünwald läuft. Es ist eine gemütliche Route ohne nennenswerte Steigungen und bestens für den Einstieg in die Jakobswegreise geeignet. Sehnt man sich dennoch nach der ein oder andere Pause, so laden Biergärten unterwegs zur Rast ein.

Vom „Lebensfluss von München“ bis zum Kloster Schäftlarn.

Nach rund 22 Kilometern erreicht man schließlich Schäftlarn. In der kleinen Gemeinde im Isartal befindet sich das erste von vielen weiteren Klöstern, die den Münchner Jakobsweg im späteren Verlauf noch säumen werden. Das im Jahr 762 gegründete Kloster Schäftlarn zählt zu den bayerischen Urklöstern, ist jedoch im ganzen Umkreis vor allem auch durch das sich gegenüber befindende Klosterbräustüberl bekannt. Der Gasthof mit zünftigem Gartenlokal ist in der wärmeren Jahreszeit der perfekte Platz für einen gemütlichen Tagesausklang am Ziel der ersten Etappe auf dem Jakobsweg durch Bayern.

Märchenhaft: das bayerische Fünfseenland

Wer das Wandern mit Blick auf Gewässer liebt, wird vom nächsten rund 60 Kilometer langen Streckenabschnitt begeistert sein. Zwischen Schäftlarn und Dießen verspricht die Region Starnberg-Ammersee im bayerischen Fünfseenland eine Traumkulisse zwischen zwei der drei größten Seen Bayerns und den bayerischen Voralpen. Natürlich punktet der Münchner Jakobsweg hier aber auch mit jeder Menge Sehenswürdigkeiten.

Willkommen am Starnberger See

Stationen: Schäftlarn > Starnberg

Von Schäftlarn aus führt die Route des bayerischen Jakobsweges nun gut elf Kilometer in einem moderaten Auf und Ab durch Wald und Wiesen zum sagenumwobenen Starnberger See.

Das pulsierende Starnberg eignet sich ideal zum Flanieren an der Uferpromenade. Es ist vor allem aber die royale Vergangenheit der Region, die an diesem Ort zu einer kleinen Entdeckungsreise einlädt. Die Bilderbuchlandschaft mit Gebirgsblick verfügt über eine ganz besondere Atmosphäre. Überall scheinen die Geschichten und Legenden rund um König Ludwig II. und Kaiserin Sisi allgegenwärtig zu sein. Wer ein Faible für Nostalgie hat, erhält hier am Rande des Münchner Jakobsweges eine wunderbare Gelegenheit bei einem Pausentag einige der königlichen Schauplätze auf eigene Faust oder während der Hauptsaison auch bei einer der angebotenen Führungen kennenzulernen.

Royale Zeitreise am Starnberger See.

TIPP: Noch mehr Informationen über das Leben und den geheimnisvollen Tod von König Ludwig II erhält man bei einem Audiospaziergang. Insgesamt stehen vier Routenoptionen zwischen zwei und 14 Kilometern zur Verfügung. Die Zeitreise startet am Bahnhof Starnberg.

Auf dem Weg nach Andechs

Stationen: Starnberg > Andechs

Schritt für Schritt lässt man den Starnberger See dann hinter sich. Dem König-Ludwig-Weg folgend befindet man sich schon bald in einem idyllischen Naturraum, der den Gewässerreichtum Bayerns unterstreicht. Der Münchner Jakobsweg verläuft nun am Maisinger Bach entlang, der sich im späteren Verlauf durch die gleichnamige kleine Schlucht schlängelt. Stets vom Plätschern des Wassers begleitet, kann man auf diesem Streckenabschnitt bequem eine wunderbares landschaftliches Erlebnis genießen, um sich schließlich am Maisinger See, einem kleinen Badesee mit See-Biergarten, zu erfrischen.

Wer diese Chance verpasst, muss nun zehn Kilometer auf die nächste Gelegenheit warten. Vom Maisinger See bis nach Andechs verläuft die Route fast ausschließlich über Felder und Wiesen. Schattenspendende Bäume wie in der Maisinger Schlucht sucht man meist vergeblich und auch sonst liegen direkt am Weg keine Einkehrmöglichkeiten für eine Pause. Umso mehr freut man sich dann darauf, das beliebte Etappenziel Andechs zu erreichen.

Auf dem Münchner Jakobsweg nach Andechs.

Schon von weitem ist das oben auf dem „Heiligen Berg“ stehende Gebäude des Kloster Andechs sichtbar, das Pilger auch gerne als Übernachtungsort nutzen. Das Benediktinerkloster mit Wallfahrtskirche ist überregional als einer der ältesten Wallfahrtsorte Bayerns bekannt, vor allem aber auch für seine Klosterbiere, hergestellt in der eigenen Klosterbrauerei. Letztere lassen sich dann auch gleich direkt vor Ort zusammen mit typisch bayerischen Schmankerln probieren.

Frisch gestärkt kann man sich danach der Geschichte des Klosters widmen, die Wallfahrtskirche besichtigen, bei verschiedenen Führungen mehr über die Geschichte des Klosters und seiner Wirtschaftsbetriebe erfahren, im Klosterladen Ausschau nach einem kleinen Souvenir halten oder im Andechser Kräutergarten die Tradition der Heilkunde auf dem Heiligen Berg erkunden. Zu sehen gibt es auf jeden Fall einiges, bis die Wanderung durch das Bayerische Fünfseenland weitergeht.

STRECKENWECHSEL: Ab Andechs kann man der Hauptroute des Münchner Jakobsweges über den Ammersee folgen oder die kürzere Wegvariante unterhalb des Ammersees über Pähl wählen.

Ein Tag am See

Stationen: Andechs > Herrsching

Der ländlich geprägte Ammersee ruft. Mit weitem Blick über das tiefblaue Wasser bis zu den Alpen kann man sich auch auf diesem Streckenabschnitt über ein entspanntes Vorwärtskommen freuen. Rund um den See warten eine ganze Reihe charmanter Ortschaften, einladende Strandbäder, jede Menge Einkehrgelegenheiten und eine äußerst angenehme Wanderroute, die nur wenige Kilometer nach Andechs in Herrsching ihren Anfang findet.

Das Bild zeigt das romantische Kurparkschlösschen in Herrsching am Ammersee mit blühenden Pflanzen und grünen Bäumen.
Das Kurparkschlösschen ist eines der Wahrzeichen von Herrsching.

Der Kurort verfügt mit sage und schreibe fast zehn Kilometern über die längste Seeuferpromenade Deutschlands. Hier, am Rande des Jakobsweges, lässt sich gut und gerne ein ganzer Tag verbringen. Durch den Park bummeln und das kleine Schlösschen besichtigen, nur auf einer Bank sitzen, auf den See blicken und den Moment genießen, baden gehen, Eis essen, eine Fischsemmel bei Mato, dem „Fischsemmelkönig vom Ammersee“ kosten oder sich in einer der Bars und Biergärten niederlassen: ganz wie es gefällt …

Von Herrsching bis Dießen: die Ammerseerunde auf dem Münchner Jakobsweg

Stationen: Herrsching > Buch > Inning > Schondorf > Utting > Dießen

Nach einer Pause geht die Reise auf dem Münchner Jakobsweg weiter. Am Ende von Herrsching verlässt man die Uferpromenade und den Trubel am See. Beim „Landgang“ über eine Anhöhe befindet man sich in einer beschaulichen Umgebung mit Pferdekoppeln und Wiesen, bis man kurz vor dem ehemaligen Fischerort Breitbrunn wieder an den See zurückkehrt und das beliebte Ausflugsziel Inning wartet.

Nun sind es noch rund 18 Kilometer bis zum Ende der Ammerseerunde. Bootshäuser säumen das Ufer und bieten wunderbare Postkartenmotive für Erinnerungsfotos vom Münchner Jakobsweg.

Traumhafte Augenblicke von der Ammerseerunde auf dem Jakobsweg.

Über Schondorf mit der romanischen Pilgerkirche St. Jakobus gelangt man zum Etappenziel Utting. Den Aufenthalt dort können Kunstinteressierte dazu nutzen, das Künstlerhaus Gasteiger zu besuchen. Das Jugendstil-Anwesen mit einer Auswahl von Skulpturen und Bildern des Künstlerehepaares ist ein interessanter Zwischenstopp, bevor man die letzte Station am Ammersee erreicht.

Mit dem großartigen Marienmünster bietet Dießen ein sehenswertes Gebäude, das durch seine faszinierenden Deckenmalereien – dem „Dießener Himmel“ – weit über die Region hinaus bekannt ist. Vor allem aber ist Dießen auch von einer Jahrhunderte alten Tradition des Handwerks geprägt, die nicht nur beim jährlichen internationalen Töpfermarkt weiterlebt, sondern auch im „Gewerkhaus“, wo man Handwerkern und Künstlern über die Schultern schauen kann.

Danach ist es Zeit für einen letzten Blick auf den Ammersee, ein letztes Mal die Bilderbuchkulisse der Region Starnberg-Ammersee betrachten, dann tief einatmen und Abschied nehmen vom bayerischen Fünfseenland, das bestimmt viele unvergessliche Momente auf dem Münchner Jakobsweg beschert hat. Doch keine Sorge: Es werden ganz sicher nicht die letzten sein.

„Wer den Wert glücklicher Augenblicke zu schätzen weiß, sammelt Schätze fürs Leben.“ Ernst Ferstl

TIPP: Ein echtes „Gefühlskino“ verspricht auch die Bayerische Seenschifffahrt mit einer Dampferfahrt auf dem Ammersee, wo man die Weite und Schönheit des Sees nochmals aus einer anderen Perspektive sieht.

Auf dem Münchner Jakobsweg durch das Land der Klöster

Nun steht der Pfaffenwinkel auf dem Programm des Münchner Jakobsweges. Auf wunderschönen Wegen gelangt man von einer Ortschaft zur nächsten. Die von Traditionen geprägte Region strahlt viel Ruhe und Kraft aus und verzaubert Naturliebhaber mit ihren malerischen Landschaften, gespickt mit eindrucksvollen Zeugnissen sakraler Kunst. All die Türme der Klöster und Kirchen, denen der Pfaffenwinkel seinen Namen zu verdanken hat, stechen oft schon aus der Ferne ins Auge. So auch in Wessobrunn.

Durch den Pfaffenwinkel Teil 1: von Dießen bis Rottenbuch

Stationen: Dießen > Wessobrunn > Hohenpeißenberg > Rottenbuch

Erst Wald, dann Wiesen, dann Wessobrunn: Inmitten des Pfaffenwinkels gelegen, gehört dieser Ort mit einem der ältesten Klöster Oberbayerns zu den wichtigen Besichtigungsstationen auf dem Münchner Jakobsweg, überrascht aber auch mit einer Besonderheit: mit dem Wessobrunner Gebet. Um 800 soll es entstanden und eines der ältesten poetischen Denkmäler der deutschen Sprache sein. Die Originalschrift wird zwar in der Bayerischen Staatsbibliothek in München aufbewahrt, dennoch kann man dem in Althochdeutsch verfassten Sprachzeugnis auch hier begegnen. Vor mehr als 100 Jahren eingemeißelt in einen Findling ist es direkt am Ortseingang von Wessobrunn vor der „Gebetslinde“ zu finden.

Durchquert ist die kleine Ortschaft schnell und schon bald wandert man dem nächsten im wahrsten Sinne des Wortes „landschaftlichen Höhepunkt“ entgegen. Mit dem Hohen Peißenberg wird auf 988 Metern Höhe die wohl markanteste Anhöhe in Bayerns Alpenvorland erreicht. Dort oben direkt hinter der Wallfahrtskirche befindet sich einer der schönsten Aussichtsplätze mit grandiosem Fernblick auf über 200 Kilometer der Alpenkette. Bei solch einem Panorama bietet sich natürlich eine Pause an – vielleicht bei Spezialitäten aus der bayerischen Küche im nahegelegenen Gasthof oder auf dem Rastplatz, bevor der Münchner Jakobsweg wieder abwärts führt und die nächste Station ruft.

Pfaffenwinkel: Wundervolles Land der Klöster und Kirchen.

Der Streckenabschnitt nach Rottenbuch verläuft durch das wunderschöne Ammertal und die Ammerschlucht. Das Auf und Ab über Stege, Treppen und Wurzelwege erfordert einige Anstrengung, die man jedoch angesichts der herrlichen Landschaft entlang der Ammer in der Regel gerne in Kauf nimmt. Sollte dieser Abschnitt dennoch zu beschwerlich oder auch bei Nässe zu gefährlich erscheinen, steht eine beschilderte Alternativstrecke zur Verfügung, über die man nach Rottenbuch im Herzen des Pfaffenwinkels gelangt.

Von dem einstigen Klosterareal mit seiner fast eintausend Jahre alten Geschichte ist heute leider nur noch die prächtige dreischiffige Klosterkirche vorhanden. Kulturinteressierte können aber auf einem Klosterrundweg mehr über die Klosteranlage des ehemaligen Augustinerchorherrenstifts erfahren, bevor ein weiteres Zeitzeugnis darauf wartet, entdeckt zu werden.

Die Baumriesen von Wessobrunn

Das ist ein Bild von der Tassilolinde bei Wessobrunn mit ihren gigantischem Wurzelwerk.
Gigantisches Ausmaß: Die Tassilolinde gehört zu den Baumriesen von Wessobrunn.

Wenn Bäume sprechen könnten, hätten sie viel zu erzählen. Dieser Satz trifft ganz besonders auf einen hölzernen Zeitzeugen bei Wessobrunn zu: auf die Tassilolinde, die wohl berühmteste Linde Bayerns. Tausendjährig wird sie genannt und selbst wenn diese Zahl Botanikern nach zu hoch gegriffen ist, so dürfte dieser Baum auf jeden Fall gut 500 Jahre auf dieser Erde stehen. Wie mächtig das Ausmaß dieses schattenspendenden Naturdenkmals ist, dessen Umfang rund 14 Meter beträgt, lässt obiges Bild erahnen, scheint der Mensch im Vergleich doch so klein.

Übrigens: Den Namen verdankt die Linde der Legende nach dem bayerischen Herzog Tassilo III. Er war es, der einst erschöpft und durstig in ihrem Schatten rastete und von einem Engel träumte, der Wasser schöpfte. Der Traum vom erfrischenden Nass wurde Wirklichkeit. In der Nähe seines Rastplatzes fand er eine Quelle und sah dies als Zeichen des Himmels und Anlass, das Kloster Wessobrunn an diesem Platz zu gründen.

Pfaffenwinkel Teil 2: sehen und staunen

Stationen: Rottenbuch > Wies > Steingaden > Prem > Lechbruck > Bernbeuren

Von Rottenbuch aus geht es über das romantische Örtchen Wildsteig durch eine sanft hügelige Landschaft zur vermutlich bekanntesten Sehenswürdigkeit im Pfaffenwinkel. Die Wieskirche, als „Rokokojuwel Bayerns“ bezeichnet, lädt zum Schauen und Staunen ein. Als UNESCO Weltkulturerbe hat dieser um 1750 erbaute Wallfahrtsort am Fuß der Ammergauer Alpen Berühmtheit erlangt. Heute lockt er jedes Jahr viele hunderttausend Besucher aus der ganzen Welt an, die die künstlerische Gestaltung des Kirchenraums bewundern – ein Werk, das nur schwer zu übertreffen ist. Doch der Pfaffenwinkel wäre nicht der Pfaffenwinkel, würde die Region nicht auch noch auf den letzten Kilometern begeistern.

Auf dem mit schmalen Holzbohlen belegten sogenannten „Brettleweg“ durchquert man das idyllische „Wiesfilz“ (Filz nennt man in Oberbayern Hochmoorgebiete). Das nicht alltägliche Landschaftsbild zeigt eine eigenartige, fast mystisch anmutende Moorlandschaft mit tiefen Moorlöchern, die bald von einem Waldstück abgelöst wird. Am Rande saftiger Wiesen gelangt man schließlich nach Steingaden.

Natur und Kulturgenuss im Pfaffenwinkel.

Das Herzstück dieses ehemaligen Klosterdorfes ist das Welfenmünster mit zwei weiß gekalkten Türmen und dem angeschlossenen Kreuzgang. Von Historikern auch als „aufgeschlagenes Buch der Kunstgeschichte“ bezeichnet, sind hier verschiedene Epochen unter einem Dach verewigt – von der Romanik bis zur Moderne – und versprechen sehenswerte Kunst- und Kultureindrücke.

Eindrücke ganz anderer Art bietet hingegen der nächste Wegabschnitt. Über Prem erreicht man Lechbruck am See. Das Flößerdorf im Ostallgäu ist nicht nur ein beliebtes Etappenziel auf dem Münchner Jakobsweg, sondern eignet sich auch bestens für einen Pausentag. Hier kann man am Flussufer und bei einer Floßfahrt auf dem Lech wunderbar entspannen oder das in der Nähe liegende Schloss Neuschwanstein, eine weitere Hinterlassenschaft des Märchenkönigs Ludwig II., besichtigen.

Hier sieht man eine Gruppe auf einem Floß auf dem See bei Lechbruck.
Floßfahren: „Mordsgaudi“ auf dem Münchner Jakobsweg.

Weiter geht es dann nach Bernbeuren. Hat man das gemütliche Dorf im Auerbergland erreicht, befindet man sich an der Grenze zum Allgäu und verlässt nun Meter für Meter Pfaffenwinkel, das wunderbare Fleckchen Erde, das man sicher nicht so schnell vergessen wird. Auf Wiedersehen!

TIPP: Erlebnis für große und kleine Kinder: Der Münchner Jakobsweg tangiert bei Rottenbuch den „Pfaffenwinkler Milchweg“. Auf dem rund vier Kilometer langen Rundweg mit 10 Erlebnisstationen erfährt man alles, was man schon immer über die Milcherzeugung und -verarbeitung wissen wollte.

Der Münchner Jakobsweg im Allgäu

Dorffeste, Trachtenvereine, Alphornblasen – Tradition und Kultur werden im Allgäu großgeschrieben. Von dieser liebenswerten Region profitiert man unterwegs auf dem Münchner Jakobsweg ganz besonders. Die ländliche naturbelassene Umgebung ist Balsam für die Seele, erfordert allerdings auch ein wenig Kondition.

Unbezahlbare Augenblicke auf dem Münchner Jakobsweg

Stationen: Bernbeuren > Stötten > Marktoberdorf > Kempten

Kurz nach Bernbeuren erfolgt der Aufstieg auf den Auerberg. In einer Höhe von 1.055 Metern heißt es dann erst einmal durchatmen und das wunderbare Alpenpanorama mit Blick zu den Königsschlössern genießen. Wer davon nicht genug bekommen kann, plant vielleicht direkt hier oben auf dem Berg sein Etappenziel, bevor die Wanderschaft durchs Allgäu weitergeht.

Stötten, Marktoberdorf und Kempten sind die nächsten Stationen. Nur selten passiert man dazwischen ein Dorf und der Kulturreichtum im Fünfseenland und Pfaffenwinkel wird hier vor allem von purer Natur abgelöst. Ungestört kann man sich so auf die Schönheit der Umgebung einlassen. Es sind vor allem saftig grüne Wiesen und Felder zwischen denen der Münchner Jakobsweg verläuft, um dann kurz vor Marktoberdorf einem besonderen Wegabschnitt zu folgen: einer der besterhaltenen Lindenalleen Deutschlands. Dieser Gang durch das zwei Kilometer lange und rund 630 Linden umfassende Naturdenkmal lässt gewiss jedes Naturfreundeherz höherschlagen.

Das Bild zeigt die Lindenallee bei Marktoberdorf, einen Streckenabschnitt auf dem Münchner Jakobsweg.
Über 600 Linden säumen die Allee Richtung Marktoberdorf.

Es sind unbezahlbare „Augenblicke“ wie diese, die die Reise auf dem Münchner Jakobsweg so wertvoll machen und sich durch die ganze Route wie ein roter Faden ziehen. Und so heißt es auch auf den folgenden rund 30 Kilometern zwischen Marktoberdorf und Kempten „Augen auf!“ und eintauchen in ein Landschaftsbild, das nicht zuletzt auch vom Kempter Wald geprägt wird.

Uralte Vergangenheit: die Allgäumetropole Kempten

Angekommen in der Allgäumetropole ist es dann wieder einmal Zeit für eine Pause. Die über 2000 Jahre alte Stadt mit italienischem Flair lädt förmlich dazu ein, sich eine Auszeit auf dem Münchner Jakobsweg zu gönnen, ein wenig Dolce Vita zu genießen und an so manchem Platz in die uralte Geschichte einzutauchen.

Zurück in die Zeit der antiken Römerstadt reist man am besten im Archäologischen Park Cambodunum (APC). Über das Freigelände führt ein Erlebnis-Rundweg mit Aktivstationen und multimedialer App. Ein Erlebnis der besonderen Art bietet der unterirdische Schauraum Erasmuskapelle am St.-Mang-Platz: In einer Multivisionsshow werden Stationen der bewegten Geschichte Kemptens porträtiert. Diesem Thema widmet sich auch das Kempten-Museum im Zumsteinhaus, das als Deutschlands bestes Heimatmuseum 2020 ausgezeichnet wurde.

Rundgang in der Allgäumetropole Kempten.

Aber auch bedeutende Baudenkmäler wie die barocke Basilika St. Lorenz prägen mit ihrer einzigartigen Architektur das Stadtbild Kemptens. Der historische Kern mit Rathausplatz sowie die verschiedenen Parks abseits des Trubels laden schließlich zum Verweilen ein und dabei die vielen neuen Eindrücke über die bewegte Vergangenheit Kemptens nochmals Revue passieren zu lassen. Dann wartet auch schon der nächste Streckenabschnitt auf dem Münchner Jakobsweg.

Von Genussorten und Wildkräuterführungen

Stationen: Kempten > Ermengerst > Buchenberg > Weitnau > Weiler-Simmerberg

Typisch Allgäu erreicht man im steten Bergauf und Bergab über Ermengerst, Buchenberg und Weitnau nun Weiler-Simmerberg, einen von 100 „Genussorten“ Bayerns. Bevor man sich jedoch vor Ort selbst von der Berechtigung dieser Auszeichnung überzeugen kann, erfordern die knapp sechzig Kilometer Distanz volle Aufmerksamkeit.

Dieses Bild zeigt Kühe auf einer Wiese, im Hintergrund Bäume und Berge.
Kühe auf grünen Wiesen: ein typisches Postkartenmotiv im liebenswerten Allgäu.

Wer den Blick über die Landschaft streifen lässt, entdeckt unterwegs überall malerische Motive. Kleine Kapellen wie die fast 250 Jahre alte Kapelle Mariä Heimsuchung oben auf dem Mariaberg, charmante Bauernhöfe mit Blumen geschmückt, idyllische Alpenwiesen, grasende Kühe, lauschige Waldpfade und traumhafte Aussichten lassen die Zeit wie im Flug vergehen und schon bald steht man ganz unvermittelt in Weiler-Simmersberg.

Hat man bislang die Erkenntnis gewonnen, dass der Münchner Jakobsweg eine unglaubliche Kraftquelle darstellt, kann man hier mehr über die Kraft der Kräuter erfahren, die man ansonsten nur auf den Wiesen am Wegrand gesehen hat. So finden in Weiler-Simmerberg zum Beispiel meist an den Wochenenden Wildkräuterführungen in der „begehbaren Apotheke“ des Allgäus und Kochkurse statt, in denen man wertvolle Informationen über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Kräutern erhält.

Das Bild zeigt eine Küche, in der Menschen gemeinsam mit Kräutern kochen.
Wildkräuterführung oder Kochkurs: Experten informieren in Weiler-Simmerberg über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Kräutern.

Aber auch unter der Woche kann man hier einiges über die für das Westallgäu charakteristischen Pflanzen erfahren. In der täglich geöffneten „Pflanzenkundlichen Schausammlung“ verdeutlichen über 100 gepresste Exponate und bis zu 80 Frischpflanzen den blühenden Reichtum der Region.

TIPP: Wildkräuter sind in dieser Region Thema vieler Veranstaltungen. Wer sich hierfür interessiert, findet auf der Allgäu-Webseite weitere Informationen und erhält einen Überblick über das „Kräuterangebot“ am Rande des Münchner Jakobsweges.

STRECKENWECHSEL: In Weiler-Simmersberg muss man sich entscheiden, ob man der Hauptroute des Münchner Jakobsweges nach Lindau folgt oder die Wegvariante über Scheidegg und den Pfänder nach Bregenz wählen möchte.

Lindau ruft! Endspurt auf dem Münchner Jakobsweg

Stationen: Weiler-Simmerberg > Manzen > Lindenberg > Sigmarszell > Weißensberg > Lindau

Nur noch rund 30 Kilometer bis Lindau. Doch bevor man das Ziel des Münchner Jakobsweges erreicht, warten noch ein paar letzte wunderbare Natur- und Kulturmomente in und um Lindenberg und Weißensberg herum.

Lindenberg, die kleine Sonnenstadt im Allgäu hat eine wunderbare Lage auf dem Pfänderrücken. Eingebettet in Wiesen und Wälder mit Blick auf das herrliche Alpenpanorama vereint sie städtischen Charakter mit ländlichem Charme und einer Besonderheit: Die neubarocke Kirche St. Petrus und Paulus – auch als „Dom des Westallgäus“ bezeichnet, besitzt wahrscheinlich als einzige Kirche eine Jesusdarstellung mit Hut.

Wortwörtlich „Gut behütet“

Das Bild zeigt einen Huttornado, eine Installation im Hutmuseum Lindenberg
Lindenberg galt einst als das „Klein-Paris“ der Hutmode.

Es gibt Menschen, die man sofort an ihrem Hut erkennt. Der Sänger Udo Lindenberg gehört sicher dazu. Was wenige wissen: Seine Hüte stammen tatsächlich aus Lindenberg. Die Stadt im Allgäu blickt auf eine Jahrhunderte alte Huttradition zurück. Schon 1755 begann man hier den Vertrieb und die Produktion zu organisieren und Hutfabriken zu gründen. Anfang des 20. Jahrhunderts galt Lindenberg dann als Zentrum der deutschen Herrenstrohhutindustrie und als das „Klein-Paris“ der Hutmode.

Von der spannenden über 300 Jahre alten Geschichte erzählt das Hutmuseum Lindenberg. Am Rande des Münchner Jakobsweges können hier Mode- und Kulturinteressierte mehr über fleißige Heimarbeiterinnen, mutige Huthändler und mächtige Fabrikanten erfahren.

Verlässt man Lindenberg erreicht man wenige Minuten später den Waldsee, einen der höchstgelegene Moorbadeseen Deutschlands. Eingebettet in ein weitläufiges Landschaftsschutzgebiet kann man hier mit einem Bad im weichen Moorwasser seinem Körper etwas Gutes tun – oder entscheidet sich dazu, direkt weiter nach Weißensberg zu wandern.

Die charmante Gemeinde liegt ganz idyllisch an der Schnittstelle zwischen Allgäu und Bodenseeregion. Direkt an der Wanderroute erreicht man hier die Weißensberger Halde mit der kleinen Gedächtniskapelle. Das Ziel Lindau ist nun in greifbarer Nähe. Mit einem wunderschönen Ausblick über den Bodensee, ins Rheintal und zu den Alpen geht man jetzt mit großen Schritten auf das Ende des Münchner Jakobsweges zu.

Traumaussichten bis zum Schluss: der Münchner Jakobsweg.

Am Ziel des Münchner Jakobsweges

Willkommen in Lindau! Nach rund 290 abwechslungsreichen Kilometern auf dem Münchner Jakobsweg quer durch Bayern hat man sein Ziel erreicht.

Inmitten einer malerischen Kulisse kann man sich nun ganz entspannt am Ufer des Bodensees zurücklehnen oder nutzt den Aufenthalt dazu, die Insel- und Gartenstadt und ihre Umgebung ein wenig näher zu erkunden. Sehenswürdigkeiten und charmante Ecken gibt es unzählige.

Von der 1000 Jahre alten Peterskirche mit ihrem kunsthistorisch bedeutsamen Werk, der „Lindauer Passion“, bis zu den jahrhundertealten Gebäuden und barocken Bürgerhäusern inmitten der Altstadt reicht das Angebot für Kunst- und Kulturinteressierte. Die bunten historischen Gassen in der Altstadt eignen sich wunderbar für einen kleinen Bummel und die Parks und Gärten mit ihren uralten Baumbeständen und farbenprächtigen Blumenbeeten sind eine Oase für alle Pflanzenliebhaber und Ruhesuchende. Natürlich bieten sich hier in der Drei-Länder-Eck-Region aber auch ein kleines Inselhopping ebenso an wie eine Bootsfahrt oder einfach ein Tag am See. Was will man mehr am Ende einer großartigen Reise!

In Lindau gibt es viel zu entdecken.

TIPP: Lindau ist nur ein Zwischenstopp auf dem Jakobsweg und das rund 2.400 Kilometer entfernte Santiago de Compostela das Ziel? Dann erreicht man über Bregenz und dann entlang der Via Jacobi zunächst Genf, den Startort der Via Gebennensis, die in Le Puy en Velay endet. Ab dort folgt man der Via Podiensis bis nach Spanien und begibt sich dann auf den Camino Frances. Buen Camino!

Zwei Wegvarianten des Münchner Jakobsweges

Das vorstehende Wegprofil beschreibt ausführlich die Hauptroute des Münchner Jakobswegs von München bis Lindau. Doch es gibt noch zwei Wegvarianten, die für die Planung der eigenen Jakobswegreise von Interesse sein könnten.

Abkürzung am Ammersee

Stationen: Andechs > Pähl > Raisting > Wessobrunn

Für die Wahl der Wegvariante am Ammersee gibt es in der Regel nur einen Grund: Im Vergleich zur regulären Route, die fast um den ganzen Ammersee herumführt, handelt es sich hier um eine über 20 Kilometer lange Abkürzung.

Ohne den Ammersee zu umrunden, wandert man bei dieser Wegvariante von Andechs aus über die Orte Pähl und Raisting und gelangt so binnen eines Tages nach Wessobunn, wo der Weg wieder auf die Hauptroute stößt. Wenngleich man dabei einige großartige Ammersee-Momente versäumt, so darf man sich auch hier über schöne Aussichten auf die Alpen und eine angenehme Wanderumgebung ohne größere Höhenunterschiede freuen.

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Auf nach Bregenz: Die Wegvariante des Münchner Jakobsweges

Stationen: Weiler-Simmerberg > Scheidegg > Möggers > Pfänder > Bregenz

Nicht unbedingt die Intention, den Münchner Jakobsweg abzukürzen, sondern vielmehr landschaftliche und regionale Vorlieben sind der Grund für die zweite Wegvariante. Während normalerweise Lindau der Zielort ist, so entscheidet man sich hier für Bregenz als Alternative und damit auch für einen etwas anderen Wegverlauf auf dem letzten Streckenabschnitt.

Von Weiler-Simmerberg aus verläuft die rund 28 Kilometer lange Route des bayerischen Jakobsweges zunächst nach Scheidegg. Die „Sonnenterrasse überm Bodensee“ befindet sich in einer ausgezeichneten Lage auf einem Hochplateau mit rundum besten Aussichten. Wie ein Gemälde bilden reizende kleine Kapellen und blühende Wiesen eine Traumkulisse mit Blick auf den Bodensee auf der einen und auf die Alpen auf der anderen Seite.

Das Bild zeigt die Wendelinskapelle in Scheidegg, die direkt am Münchner Jakobsweg steht.
Wie ein Gemälde: der Blick auf die Wendelinskapelle in Scheidegg.

Wenige Kilometer weiter überquert man die deutsch-österreichische Grenze. Vorbei an einer der ältesten sakralen Bauwerke in Vorarlberg – der um das Jahr 1005 erbauten Ulrichskapelle – führt der Münchner Jakobsweg zum Örtchen Möggers. So wenige Häuser klein dieser Ort auf dem Pfänderrücken auch sein mag, so wundervoll liebenswert seine Atmosphäre, so großartig der Weitblick, den man dort genießen kann.

„Bei uns findet jeder Ruhe und das einfache Nichts. Vielleicht braucht es auch gar nicht mehr.“ Tourismusverein Möggers

Vermutlich fällt es nicht leicht, sich von diesem Anblick zu trennen, aber Bregenz ruft und so geht es auf einem bequemen Höhenweg weiter zum Pfänder, dem Hausberg der Stadt. Stetig Auf und Ab, in der Summe aber mit moderaten Anstiegen, stellt sich die Gipfeltour durch Wald und Wiesen als äußerst angenehm heraus und wird am Ende mit einer unvergesslichen Aussicht gekrönt. Sage und schreibe 240 Alpengipfel Österreichs, Deutschlands und der Schweiz sollen den Pfänder zum berühmtesten Aussichtspunkt der Region machen. Ein wunderbares Erlebnis, bevor der Abstieg nach Bregenz erfolgt.

Das Bild zeigt die Seilbahn am Pfänder mit Blick auf Bregenz, ein Ziel des Münchner Jakobsweges.
Vom Pfänder aus hat man einen wunderbaren Blick auf Bregenz am Bodensee.

Von der Bergspitze aus bis hinunter zum Bodensee sind es nur noch rund sieben Kilometer zu Fuß oder rund sechs Minuten mit der Pfänderbahn. Dann heißt es auch auf dieser Wegvariante des Münchner Jakosbweges: Ziel erreicht!

Der Münchner Jakobsweg – ein Fazit

Losgehen, loslassen – und genießen. Der Münchner Jakobsweg ist ein großartiger Wanderweg für alle Wanderbegeisterte, Naturliebhaber und Kulturinteressierte.

Abwechslung ist hier Programm und die Route viel zu schön, um nur einen Schritt vor den anderen zu setzen. Stadtbesichtigungen in München, Kempten, Lindau oder Bregenz, kleine Auszeiten am Starnberger See, Ammersee oder Bodensee, dazu jede Menge reizende Städte und Dörfer, historische Klöster, Schlösser, Kirchen und natürlich die traumhaften Landschaftsbilder von den Seen bis zu den Alpen: Das Feuerwerk an Eindrücken, das der Münchner Jakobsweg bietet, ist ein Garant für ein unvergessliches Erlebnis und eine atemberaubende Zeit.

„Leben wird nicht gemessen an der Zahl von Atemzügen, die wir nehmen, sondern an den Momenten, die uns den Atem nehmen.“ Maya Angelou

Allerdings: Die Wanderschaft auf dem Münchner Jakobsweg ist kein Sonntagsspaziergang. Etwas Wandererfahrung und ausreichend Kondition sind gerade in den hügeligen Regionen Pfaffenwinkel und Allgäu von Vorteil. Für Ungeübte ist es daher empfehlenswert, bei diesen Streckenabschnitten kleinere Etappen zu wählen, damit die Jakobswegreise am Ende mehr neue Kraft schenkt als sie Energie kostet.

Infrastruktur auf dem Jakobsweg Münchner

Jakobswegreisende profitieren auf dem Münchner Jakobsweg von der touristischen Beliebtheit Bayerns. Die großen Seen sind ebenso wie das Allgäu beliebte Ausflugsziele für Wanderer, sodass ein gut gepflegtes und markiertes Wegenetz vorhanden ist. In Sachen Übernachtung sollte man jedoch vorsorgen. Auf den ersten Blick verfügen die beliebten Urlaubsgebiete in den meisten Regionen über zahlreiche Unterkünfte. Doch viele davon sind Ferienwohnungen, die für lediglich eine Nacht oftmals nicht zur Verfügung stehen. Abseits größerer Städte empfiehlt es sich daher insbesondere in der Hauptsaison rechtzeitig die Etappen zu planen und Zimmer zu reservieren.

Auch gut zu wissen: Auf dem Münchner Jakobsweg durchquert man viele kleine Orte, in denen es oft nur begrenzte Einkaufsmöglichkeiten gibt. Auch muss man in manchen Gebieten immer wieder mit längeren Streckenabschnitten rechnen, in denen gar keine Infrastruktur zur Verfügung steht. Gut wenn man dann vorgesorgt und ausreichend Getränke und Verpflegung eingepackt hat. Am besten man erkundigt sich über die jeweilige Situation direkt vor Ort, bevor man in die nächste Tagesetappe startet.

Radfahren auf dem Münchner Jakobsweg

Wer den Münchner Jakobsweg mit dem Fahrrad zurück legen möchte, wird angesichts der gut ausgebauten Wege keine Probleme haben. Aber auch für Radfahrer gilt: Die zunehmenden Höhenunterschiede Richtung Allgäu erfordern eine recht gute Kondition.

TIPP: Mehr Infos zum Radpilgern auf dem Münchner Jakobsweg gibt es auf der Webseite des Radpilgerteams Kaufering.

An- und Abreiseinfos zum Münchner Jakobsweg

Um die Reise auf dem Münchner Jakobsweg anzutreten und zum Ausgangspunkt München zu gelangen, bietet sich je nach Entfernung zum Heimatort die Fahrt mit dem Auto ebenso an wie das öffentliche Verkehrsnetz der Bahn oder ein Flug.

Hier ein paar Beispiele für die An- und Abreise:

Anreise nach München

mit der Bahn ab Köln > Reisedauer ca. 3 Stunden . Kosten ab 60 €
mit der Bahn ab Karlsruhe > Reisedauer ca. 4,5 Stunden . Kosten ab 50 €
mit dem Flugzeug ab Hamburg > Reisedauer ca. 2 Stunden . Kosten ab 80 €
mit dem Flugzeug ab Berlin > Reisedauer ca. 1 Stunden . Kosten ab 80 €

Abreise von Lindau

mit der Bahn nach Köln > Reisedauer ca. 5,5 Stunden . Kosten ab 60 €
mit der Bahn nach Karlsruhe > Reisedauer ca. 4 Stunden . Kosten ab 50 €
mit dem Flugzeug über Friedrichshafen nach Hamburg > Reisedauer ca. 6 Stunden . Kosten ab 120 €
mit dem Flugzeug ab Berlin* > Reisedauer ca. 6 Stunden . Kosten ab 120 €

Abreise von Bregenz

mit der Bahn nach Köln > Reisedauer ca. 6 Stunden . Kosten ab 70 €
mit der Bahn nach Karlsruhe > Reisedauer ca. 4 Stunden . Kosten ab 60 €
Flüge erfolgen über Friedrichshafen. Der Transfer von Bregenz nach Friedrichshafen dauert rund 30 Minuten. Kosten ca. 20 €

Links für die An- und Abreiseplanung:

Um die An- und Abreise zu planen, stehen folgende Internetplattformen zur Verfügung:

  • Verkehrsmittelübergreifende Transportsuchmaschine:
    Rome2Rio

Außerdem: Die Internetplattformen für den öffentlichen Nahverkehr in Bayern, falls man auch während des Unterwegsseins mobil bleiben möchte:

Münchner Jakobsweg: Tipps für die Planung

Die Entscheidung für die Reise auf dem Jakobsweg durch Bayern ist gefallen? Dann können jetzt die Vorbereitungen beginnen. Die Reise- und Etappenplanung stehen auf der Agenda und dabei folgende Überlegungen im Vordergrund:

Etappen- und Reiseplanung

  • Wie viele Tage stehen für die Reise auf dem Münchner Jakobsweg zur Verfügung?
  • Sollen Pausen und Besichtigungstage eingeplant werden und falls ja, wo?
  • Welche Distanz soll pro Tag zurückgelegt werden? Bei der Beantwortung dieser Frage unbedingt die eigene Kondition und Fitness gut einschätzen! Für Ungeübte ist es empfehlenswert eher kürzere Tagesdistanzen zu wählen und sich häufiger auch eine Pause gönnen.
  • Sollen Unterkünfte im Vorfeld gebucht werden? Bei der Suche stehen auch die örtlichen Tourismusbüros gerne zur Verfügung.
  • Wie soll die An- und Abreise erfolgen?

„Es ist vollkommen egal, wie langsam Du vorankommst.
Du überholst immer noch jeden, der gar nichts tut.“ (Autor unbekannt)

TIPP: Bei der Planung der Jakobswegreise unterstützt die kostenlose Planungshilfe „Münchner Jakobsweg Etappenplan“. Einfach im HelloWORLD Shop herunterladen.

Packliste

Der Reisetermin steht fest, die meisten Vorbereitungen sind bereits getroffen. Nun fehlt nur noch die Erstellung der Packliste für die Wanderung auf dem Münchner Jakobsweg. Bei der Auswahl der Ausrüstung gilt die Devise: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

LESETIPP: Hilfreiche Hinweise und Tipps zur Ausrüstung findet man im Beitrag „Das kommt in den Rucksack“ oder gleich die kostenlose Jakobsweg Packliste für die eigene Vorbereitung im HelloWORLD Shop herunterladen.

HelloWorld NEWS – Newsletter für Wanderreisen auf dem Jakobsweg

Mehr Informationen über Wanderungen auf europäischen Jakobswegen gewünscht? Bei HelloWORLD gibt es ständig neue Beiträge und nützliche kostenlose Publikationen. Um auf dem Laufenden zu bleiben, einfach zum Newsletter anmelden und automatisch über Neuigkeiten unterrichtet werden.

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Fragen, Anregungen?
HelloWORLD ist DAS Infoportal für Entdeckungsreisen auf Jakobswegen. Auf diesen Seiten werden ausgewählte Routen mit ihren Besonderheiten vorgestellt. Natürlich freut sich die Redaktion über ein Leserfeedback, um diese Plattform für alle Interessierten weiterzuentwickeln. Einfach hier direkt ein Kommentar hinterlassen. Herzlichen Dank.

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