Via Regia – der Ökumenische Pilgerweg durch Deutschland

Der Ökumenische Pilgerweg, hierzulande auch als Via Regia bekannt, verläuft über rund 470 Kilometer von Görlitz nach Vacha und durchquert dabei Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bis hin zur hessischen Landesgrenze. Normalerweise wird diese Route in 20 bis 24 Etappen zurückgelegt, wobei die Tagesdistanzen durch die gute Infrastruktur individuell anpassbar sind.

Die Via Regia ist entlang einer historischen Handels- und Heeresroute gewachsen. Schon im Frühmittelalter verband sie die Städte Görlitz, Leipzig, Erfurt und Eisenach miteinander. Bis heute nutzen viele Wanderer und Pilger diese etablierte Strecke, die zwischen dem polnischen und dem rheinischen Jakobsweg liegt. Seit 2005 gehört sie sogar offiziell zu den Kulturstraßen des Europarates.

Via Regia Karte, GoogleMaps und GPS-Daten

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Wo genau der Wander- und Jakobsweg Via Regia verläuft, zeigt diese GoogleMap Karte. In der Altstadt von Görlitz, direkt am Ufer der Lausitzer Neiße, wo die Grenze zu Polen verläuft, startet die Via Regia. Abwechslungsreich führt der Weg von Ost nach West und findet sein Ende schließlich an der Klosterkirche in Vacha.

Markierung der Via Regia

Die Via Regia gehört zu den deutschen Jakobswegen, die über eine sehr gute, fast lückenlose Beschilderung verfügen, so dass die Orientierung in der Regel leicht fällt. Wer dennoch gerne eine zusätzliche Unterstützung im Gepäck Sinn haben möchte, kann dazu ganz einfach die GPS-Daten von HelloWORLD nutzen. Einfach auf den Banner klicken und kostenlos herunterladen.

Das Bild zeigt den Werbebanner für die GPS-Daten des Ökumenischen Pilgerweges.

Via Regia Etappen und Besonderheiten

Wer die gesamte Via Regia zu Fuß erkunden möchte, sollte je nach Zeit und Kondition rund drei bis vier Wochen einplanen.  Wie dabei eine Etappenplanung aussehen könnte, zeigt beispielhaft die folgende Tabelle:

Etappevon - bisDistanz
1Görlitz - Buchholz27,5 km
2Buchholz - Bautzen26 km
3Bautzen - Panschwitz-Kuckau (Kloster Marienstern)20 km
4Panschwitz-Kuckau (Kloster Marienstern) - Königsbrück26 km
5Königsbrück - Schönfeld17 km
6Schönfeld - Großenhain15 km
7Großenhain - Strehla26 km
8Strehla - Dahlen17 km
9Dahlen - Wurzen19,5 km
10Wurzen - Leipzig30 km
11Leipzig - Kleinliebenau16 km
12Kleinliebenau - Merseburg18 km
13Merseburg - Freyburg28 km
14Freyburg - Roßbach12 km
15Roßbach - Eckartsberga18 km
16Eckartsberga - Buttelstedt18,5 km
17Buttelstedt - Ollendorf13,5 km
18Ollendorf - Erfurt18 km
19Erfurt - Gotha26,5 km
20Gotha - Mechterstädt20 km
21Mechterstädt - Eisenach13 km
22Eisenach - Oberellen15,5 km
23Oberellen - Vacha26 km

Kurzprofil

Auf dem Ökumenischen Pilgerweg bewegt man sich in einer landschaftlich reizvollen und facettenreichen Umgebung. Die Route verläuft zunächst vor allem durch Feld- und Wiesenlandschaften, bezaubert aber auch immer wieder durch wasserreiche Gegenden, die man an den Ufern der Spree, der Saale und an zahlreichen Seen genießen kann. Dann, gegen Ende, bieten die Ausläufer des Thüringer Waldes eine dichter bewachsene, grüne Kulisse.

Abgesehen von den naturbelassenen Schönheiten, darf sich aber auch der kulturell interessierte Jakobswegreisende auf jede Menge interessanter Städte und Stätten freuen.

Schon der Start in Görlitz sollte mit einem Tag Aufenthalt verbunden werden, um die historische Altstadt aus dem 13. Jahrhundert ausgiebig zu besichtigen. Neben anderen bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Erfurter Dom, der geschichtsträchtigen Wartburg oder dem Leipziger Völkerschlachtdenkmal warten auf dem weiteren Weg auch jede Menge skurrile und unbekanntere Highlights darauf entdeckt zu werden: zum Beispiel das wohl schmalste, bewohnte Fachwerkhaus mit 2,05 Metern Breite in Eisenach oder die mumifizierte Hand eines Königs in Merseburg, eine der ältesten Städte auf der Via Regia.


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Infrastruktur zwischen Görlitz und Vacha

Doch nicht nur durch Natur und Kultur, sondern auch durch die gute Infrastruktur kann die Pilgerstrecke zwischen Görlitz und Vacha überzeugen. Der Ökumenische Pilgerweg ist nahezu lückenlos mit der charakteristischen Muschel beschildert und wird sorgsam gepflegt. Vor allem bietet er aber als einziger deutscher Jakobsweg ein durchgehendes Netz an offiziellen Herbergen.

Viele dieser Unterkünfte befinden sich in kirchlichen Einrichtungen oder bei engagierten Privatpersonen und werden auf Spendenbasis geführt. Mit dem starken, ehrenamtlichen Engagement für die Pilger, egal welcher Glaubensrichtung sie angehören oder ob sie überhaupt gläubig sind, macht die Strecke ihrem Namen „Ökumenischer Pilgerweg“ alle Ehre. Der Pilgerausweis sollte aber auf der Jakobsweg Packliste nicht fehlen, um sich in den Herbergen als Pilger auszuweisen und natürlich, um die Stempel der Etappen zu sammeln.

Dank des engmaschigen Herbergennetzes können die Etappenlängen je nach Bedarf flexibel eingeteilt und somit auch anstrengendere Abschnitte – die glücklicherweise eher selten sind – bewerkstelligt werden.

Grundsätzlich wird die Gesamtstrecke mit einem mittleren Schwierigkeitsgrad bewertet. Auf den meisten Etappen sind pro Tag etwa 100 bis 250 Höhenmeter zu bewältigen, verteilt auf moderate Steigungen. Auf den letzten 150 km erhöht sich jedoch Schritt für Schritt die konditionelle Herausforderung. Die Ausläufer des Thüringer Waldes halten dann nämlich teils über 400 Höhenmeter pro Tag in stetigem Auf und Ab bereit.

„Sei nicht nur stolz auf dich, wenn du ein Ziel erreicht hast. Sei stolz auf jeden Schritt, der dich deinem Ziel näher gebracht hat.“ (Autor unbekannt)

Ein kleines Fazit

Doch trotz dieses recht anspruchsvollen Endspurts ist der Ökumenische Pilgerweg für ambitionierte Wanderanfänger wie für geübte Pilger gleichermaßen geeignet. Vor allem für Geschichtsinteressierte hält er eine große Bandbreite an historisch wichtigen Städten und Denkmälern bereit. Die Route wird gerade durch den stetigen Umgebungswechsel nie langweilig und ist daher ideal für alle, die genau diese Balance aus Ruhe und Abgeschiedenheit einerseits und lebendigem Stadt- und Kulturerleben andererseits suchen.

LINKTIPP: Weitere Informationen rund um die Via Regia findet man auf der Seite des Europäischen Kultur- und Informationszentrums in Thüringen.

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